Die Frage lautet nicht mehr "soll man in die Cloud gehen?", sondern "in welche Cloud, unter welcher Rechtsordnung, mit welchen Garantien?". Für ein Schweizer KMU haben diese Fragen konkrete Antworten. und rechtliche Auswirkungen, die man nicht ignorieren kann.
Warum Schweizer Hosting kein Marketingargument ist
Wenn ein Dienstleister Ihnen sagt "Ihre Daten bleiben in der Schweiz", ist das kein kosmetisches Verkaufsargument. Es ist ein konkreter rechtlicher Unterschied.
Der amerikanische CLOUD Act
Der Clarifying Lawful Overseas Use of Data Act (CLOUD Act), 2018 in den Vereinigten Staaten verabschiedet, erlaubt es den amerikanischen Behörden, Zugang zu Daten zu verlangen, die von amerikanischen Unternehmen gehostet werden. selbst wenn diese Daten physisch in Europa oder in der Schweiz gespeichert sind. AWS, Microsoft Azure und Google Cloud sind amerikanische Unternehmen, die diesem Gesetz unterliegen.
In der Praxis ist das Risiko für ein Schweizer KMU, direkt von einer CLOUD-Act-Anfrage betroffen zu sein, gering. Vertraglich kann Ihnen Ihr Dienstleister jedoch nicht garantieren, dass Ihre Daten ihr niemals unterworfen werden. Dieser Punkt ist problematisch für Daten, die dem Berufsgeheimnis unterliegen (Ärzte, Anwälte, Treuhänder), oder für sensible Kundendaten.
Das Datenschutzgesetz (DSG) und internationale Übermittlungen
Das revidierte Datenschutzgesetz (DSG) verlangt, dass Übermittlungen von Personendaten ins Ausland nur in Länder erfolgen, die ein angemessenes Schutzniveau bieten, oder unter geeigneten vertraglichen Garantien. Die Schweiz führt ihre eigene Liste anerkannter Länder. sie folgt nicht automatisch den Entscheidungen der EU.
Ihre Daten bei einem Schweizer Dienstleister zu hosten, beseitigt diese Frage für die allergrösste Mehrheit der Bearbeitungen.
Warum Infomaniak
Es gibt mehrere Schweizer Hosting-Anbieter. Infomaniak zeichnet sich in mehreren überprüfbaren Punkten aus:
- Rechenzentren in der Schweiz: Genf und Winterthur, im Eigentum von Infomaniak
- Unabhängiges Unternehmen: 1994 in Genf gegründet, ohne externen Aktionär, keine LBO-Schulden
- Zertifizierungen: ISO 27001, 100 % erneuerbare Energie
- Kein CLOUD Act: Infomaniak ist eine Schweizer Einheit, die nicht dem amerikanischen Recht unterliegt
- Kollaborationssuite: kSuite (E-Mail, Kalender, Speicher, Videokonferenz) als Schweizer Alternative zu Google Workspace
- Transparente Tarife: keine versteckten Kosten beim Datenexport (Egress Fees)
Diese Punkte sind auf der Website von Infomaniak und in deren allgemeinen Geschäftsbedingungen überprüfbar. Es sind keine blossen Behauptungen eines Dienstleisters.
Was migrieren. und was nicht migrieren
Nicht alles muss in der Cloud sein. Hier ist ein praktisches Leseraster:
Guter Kandidat für die Migration: Unternehmens-E-Mail und -Kalender, Speicherung gemeinsamer Dateien, ausgelagerte Backups, von aussen zugängliche Webanwendungen, Test- und Entwicklungsumgebungen, selten genutzte Server.
Migration im Einzelfall zu prüfen: ERP oder kritische Branchensoftware (hängt von der Kompatibilität der Software ab), umfangreiche Datenbanken (Übertragungskosten zu bewerten), Anwendungen mit sehr engen Netzwerklatenzanforderungen.
Kann on-premise bleiben: Netzwerkgeräte, Arbeitsplätze, Branchensoftware ohne Cloud-Version, die lokal gut funktioniert.
Die Etappen einer gelungenen Migration
Etappe 1: Bestandsaufnahme
Inventar all Ihrer Server, Dienste, Anwendungen und ihrer gegenseitigen Abhängigkeiten. Für jeden Dienst: wer ihn nutzt, in welcher Häufigkeit, welche Wartungsfenster akzeptabel sind, welche Daten er enthält. Diese Etappe ist unverzichtbar und wird oft unterschätzt.
Etappe 2: Migrationsplan
Sequenzierung der Migrationen nach Priorität und Komplexität. Die einfachsten Migrationen zuerst (E-Mail, Backups), um den Prozess zu validieren, die komplexesten danach. Für jede kritische Migration muss ein Rollback-Plan existieren.
Etappe 3: Schrittweise Migration
Migrieren Sie nicht alles auf einmal. Für kritische Dienste ermöglicht eine Double-Run-Phase (das alte und das neue System laufen parallel) einen risikolosen Umstieg. Planen Sie die Einsätze ausserhalb der Geschäftszeiten, falls eine Unterbrechung unvermeidbar ist.
Etappe 4: Validierung und Dokumentation
Funktionstests in der neuen Umgebung, Validierung durch die Benutzer, Aktualisierung der technischen Dokumentation, Schulung falls nötig. Stilllegen sollten Sie die alte Infrastruktur erst nach einer bestätigten Stabilitätsphase.
Was das kostet
Einige Anhaltspunkte für ein KMU mit 20 bis 50 Personen:
- E-Mail bei Infomaniak: 4 bis 9 CHF pro Benutzer pro Monat je nach Formel
- Cloud-Server (VPS): ab 15 CHF/Monat für einen kleinen Server, 80 bis 200 CHF/Monat für einen produktiven Server mit 4-8 vCPU
- Ausgelagertes Cloud-Backup: 10 bis 100 CHF/Monat je nach Volumen (in der Regel 500 GB bis 5 TB)
- Migrationsdienstleistung: 1 500 bis 8 000 CHF je nach Komplexität, verrechnet durch den Dienstleister, der die Migration durchführt
Die Migration selbst ist eine einmalige Kosten. Der monatliche Betrieb in der Cloud ist im Allgemeinen vergleichbar mit oder leicht höher als die früheren On-premise-Kosten, jedoch mit weniger Verwaltung, weniger Risiken von Hardware-Ausfällen und höherer Flexibilität.
Was man nicht tun sollte
Ohne vorherige Bestandsaufnahme migrieren. Einen Hosting-Anbieter ausschliesslich nach dem Preis auswählen, ohne die Qualität des Supports und die Verfügbarkeitsgarantien zu prüfen. Ohne Rollback-Plan migrieren. "In der Cloud" mit "sicher" verwechseln. die Cloud reduziert bestimmte Risiken (Hardware-Ausfälle, Brand), führt aber andere ein (fehlerhafte Konfiguration, unbefugte Zugriffe), wenn die Migration nicht seriös durchgeführt wird.
Eine gut durchgeführte Cloud-Migration ist eine Investition, die die IT-Verwaltung langfristig vereinfacht. Schlecht durchgeführt, schafft sie Probleme, die teurer sind als das, was sie löst. Wenn Sie einen Wechsel zu Schweizer Hosting in Betracht ziehen, ist das genau das, was unser Angebot zur Schweizer Cloud-Migration abdeckt, mit einem klaren Liefergegenstand und ohne Laufzeitbindung.
Geschrieben von
David Cunha
Mitgründer · Technische Leitung, AlpenData
Als Informatikingenieur mit über 10 Jahren Erfahrung in der Verwaltung von Systemen, Netzwerken und Infrastrukturen begleitet David Schweizer KMU bei IT, Sicherheit und Konformität.
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